Venus an Mars

(by Christina Körte)Meinen Patensohn, den verstehe ich. Der kann zwar nicht jedes Wort aussprechen aber ich weiß immer genau, was er meint oder was er möchte. Er ist drei Jahre alt und sagt einem haargenau und in einfachen Imperativen, was er will und was nicht. Man kann sich prima darauf einstellen, muss ihm einfach nur seine Fußballschuhe anziehen, ihm eine Schokoreiswaffel oder einen Trinkjoghurt hinstellen, dann ist er glücklich und lacht dich an. Natürlich nur, wenn er mit dem Joghurt auch rumsauen darf.

Ich hoffe, das ist in 14 Jahren immer noch so, wenn er seine erste Freundin hat. Weiterlesen

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Time To Say Goodbye

Normalerweise schleiche ich mich raus. Heimlich, still und leise. Ich verschwinde von Partys, aus Clubs und von Veranstaltungen ganz ohne die große Runde mit Händeschütteln und Floskeln, wenn’s geht sogar ohne Winken. Am liebsten gehe ich dann, wenn’s am schönsten ist und alle sich glänzend amüsieren. Am liebsten würde ich mich einfach unauffällig wegbeamen. Abschiede passen einfach nicht zu mir. Überfordern mich. Lassen mich hilflos und wortkarg werden. Lösen Fluchtgefühle aus. So leidenschaftlich und enthusiastisch ich beim Begrüßen bin, so sehr bereitet es mir Unbehagen, „Tschüß“ zu sagen. Trennungen mag ich nicht. Ich will das Gefühl haben, dass Verbindungen bestehen bleiben. Ohne Unterbrechung. Weiterlesen

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Bevor du gehst

(by Christina Körte)Sie sagte, sie hasst Abschiede und wollte darum ihre letzte Party, die sie mit ihren Freunden und Bekannten in Altona feierte, wie einen ganz normalen Freitagabend aussehen lassen: zusammen sein, lachen, reden, Bier und Cuba Libre trinken. Keine Melancholie, keine Abschiedshymne und keine Tränen. Natürlich ging das total in die Hose. Weiterlesen

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Blödes Winter-Wunderland!

by Patrick MillerWahrscheinlich ist es euch ja auch schon längst aufgefallen, ist ja doch ziemlich offensichtlich. Trotzdem muss ich es nochmal deutlich sagen: es ist so kalt. Und ich hasse es! Nicht, dass ich – als ich im September braungebrannt und entspannt aus dem Strandurlaub zurückkam – nicht versucht hätte, dem beginnenden Herbst etwas Positives abzugewinnen. Ja, die Blätter verfärbten sich in wunderschönen Farben, ja, ich freute mich auf meine kuscheligen Pullis, über meine neue Mütze und auf Abende mit Tee und Kerzenschein in der Badewanne. Aber jetzt, ein paar Wochen, nachdem der Wetter-Weltuntergang hier in Hamburg begonnen hat, finde ich es unerträglich. Manchmal bin ich so über die Kälte empört, dass ich losgehen und mich irgendwo beschweren will: “Das kann doch nicht euer Ernst sein! Wer soll das denn aushalten!” Weiterlesen

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2 x 37 Grad unter der Bettdecke

(by Christina Körte)Ich kann den Winter nicht ausstehen. Nicht nur, weil das sonnenlose Grau mir aufs Gemüt drückt, sondern vor allem, weil mir die Kälte in jede Zelle kriecht und so meine Vitalfunktionen stark einschränkt – ich kann nicht klar denken, keine logischen Zusammenhänge nachvollziehen, ich sehe Dinge, die es nicht gibt aber die Realität übersehe ich und meine Körpertemperatur will sich der Außentemperatur anpassen.

Jahrelang bin ich darum im Winter zuhause geblieben. Ich habe aus dem Fenster auf die Straße geschaut und mit den Leuten Mitleid gehabt, die vor die Tür mussten. Dann waren die süßen Jahre vorbei und auch ich musste im Winter auf die Straße und auf den Spielplatz.

Ich wollte und musste nun der Kälte trotzen und habe ihr den Kampf angesagt:

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Staub auf der 30

(by Christina Körte)Kurz vor meinem 12. Geburtstag zogen wir um. Die Nachbarn in der Wohnung unter uns waren ein Paar, beide waren Künstler und nebenberuflich unterrichteten sie. Obwohl sie Lehrer waren – das erstaunte mich doch sehr – waren sie kinderlieb, freundlich und jung. Ich mochte sie vom ersten Moment an. Als ich erfuhr, dass beide schon 30 Jahre alt waren, erschütterte mich das bis ins Mark: Weiterlesen

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30 ist das neue Schwarz!

by Patrick MillerUngefähr zehn Tage hab ich noch, dann wird sich zeigen, wie cool ich wirklich damit bin, dass sich die erste Stelle meines Lebensalters ändert und ich in die Gruppe derer aufsteige, die in dem Segment der Party-Senioren eingeordnet werden: Ü30.

Ob sich ansonsten viel ändern wird, weiß ich nicht, obwohl ich eine intensive Recherche in einschlägiger Literatur betrieben habe (z.B. Eat, Pray, Love: One Woman’s Search for Everything, 30-something and Over it und diverse Romane über spannende weibliche Charaktere).

Im Grunde habe ich das Gefühl, dass die Krise mit der 30 nicht anfängt, sondern dann endlich mal abgeschlossen ist. Denn, um ganz ehrlich zu sein, waren ja die 20er die anstrengendsten Jahre überhaupt. In diesem Jahrzehnt nabelt man sich ab, findet sich selbst und vor allem heraus, was man vom Leben eigentlich will. Und bemerkt nach und nach, dass man ganz alleine dafür verantwortlich ist. Also heißt es festlegen, wie man sein Leben verbringen will: Wie soll es aussehen? Wie soll ich aussehen? Will ich Familie? Karriere? Will ich eine jetsettende Wissenschaftlerin sein oder eine total alternative Links-außen-Aktivistin? Toughe Business-Frau oder IT-Girl? Und, Gott bewahre,  vielleicht sogar Teil einer Beziehung? Einer echten? Nicht so einer, mit der man mal übt, bis was Spannenderes passiert? Wer bin ich und wie viele Versionen davon kann ich ausleben? Weiterlesen

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